Brüssel aus Berliner Sicht
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Klimaschutz! Klimaschutz! Klimaschutz! - 10-03-2007 09:51:40 - Only logged activists can post a comment, please sign in or register here
Als "historische Einigung beim Klimaschutz" hat die Bundeskanzlerin und EU-Ratsvorsitzende Merkel die jüngste Einigung der Staats- und Regierungschefs auf dem EU-Gipfel in Brüssel bezeichnet.
Was war passiert?
Gemeinsam mit ihren europäischen Amtskollegen einigte sich Merkel am Freitag darauf, bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen um 20% im Vergleich zu 1990 zu senken. Aber nicht nur das: auch der Anteil erneuerbarer Enerieträger am Gesamtenergieverbrauch soll um 20% steigen. Und zu guter Letzt: Generell soll die Energieeffizienz in der Europäischen Union um 20% gesteigert werden.
Viele schöne Zahlen! Eigentlich ein Grund zur Freude, oder?
Ja, weil: Die Europäer weltweit vorangehen und so ein Druckmittel in internationalen Verhandlungen haben. - Es wurde nämlich ferner vereinbart, den Treibhausgasausstoss um bis zu 30% zu senken, wenn die internationalen Partner mitziehen.
Außerdem ist festzuhalten, dass die EU damit ihr Versprechen wahrmachen kann, über die Vorgaben des Kyoto-Protokolls hinauszugehen. Und "last but not least" konnte verhindert werden, dass Frankreich sich mit seinen Forderungen nach expliziter Festschreibung der Atomenergie als Ausweg aus der Treibhausproblematik durchsetzt.
Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: Es bleibt nach der Einigung in Brüssel weiter fraglich, welcher Mitgliedsstaat welchen Beitrag zu leisten hat. - Über diese Frage soll gesondert verhandelt werden. Ich persönlich rechne mit rextrem schwerfälligen Entwicklungen in dieser Angelegenheit. Und es gibt ein weiteres Fragezeichen: Kann die Einigung der Europäer wirklich zu ernsthaften Bewegungen auf internationaler Ebene führen? Es besteht Grund zum Zweifel: z.B. haben die USA das Kyoto-Protokoll noch immer nicht unterzeichnet.
Unter dem Strich bin ich aber der Überzeugung, dass die Entwicklungen der vergangenen Wochen, dem Ziel, unseren Planeten vielleicht doch noch zu retten, ein wenig Auftrieb verleihen können: Die Verleihung des Oscars an Al Gore spircht nicht nur für ein langsames Umdenken in den Vereinigten Staaten. Sie vermag es auch, den Blick der Weltöffentlichkeit für das Probem des Klimawandels zu schärfen. Auch in der Automobilbranche kann man ein Umdenken beobachten! Auf dem diesjährigen Genfer Automobilsalon werden deutlich mehr kraftstoffsparende Modelle präsentiert. - Und über all dem schwebt (zumindest in Deutschland) eine massive mediale Berichterstattung zu allen Themen, die den Klimawandel berühren.
Warum macht mir das Hoffnung? Weil ich denke, dass wir das Problem des Klimawandels - in Europa und in der Welt - nur in den Begriff bekommen, wenn jeder Bürger darüber nachdenkt, was er beitragen kann!
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